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Bauen und Wohnen

Wohngeld- und Mietenbericht 2010

Foto: Luftbild von Berlin Luftbild von Berlin (Quelle: Bundesregierung / Schaak)

Der Wohngeld- und Mietenbericht 2010 gibt einen Überblick über die Entwicklung des Wohngeldes und der Mieten für Wohnraum im Zeitraum 2007 bis 2010.

Auf den Wohnungsmärkten ist etwa seit Mitte des Jahres 2009 eine neue Dynamik festzustellen. Im Zuge der positiven Konjunkturentwicklung zieht die Wohnungsnachfrage in vielen Städten und Regionen an. Die Zahl der Kreise mit hohen Mietpreissteigerungen nimmt zu. Vor allem in dynamischen Wachstumsregionen und etlichen Großstädten zeichnen sich zunehmende Verknappungen ab. Angesichts dieser Entwicklung wird die Bedeutung wirkungsvoller sozialer Sicherungsinstrumente noch zunehmen. Wohngeld und die Übernahme der Kosten der Unterkunft entlasten 12 Prozent der Haushalte vollständig oder teilweise bei ihren Wohnkosten.

Durch die Wohngeldreform 2009 wurde das Wohngeld gestärkt. Im Jahr 2009 führte die Wohngeldreform 2009 zusammen mit dem Kinderzuschlag, der bereits zum 1. Oktober 2008 weiterentwickelt worden war, zu einem deutlichen Anstieg der Wohngeldempfängerhaushalte. 2008 bezogen 640.000 Haushalte Wohngeld, 2009 stieg ihre Zahl auf 1 Millionen Haushalte. Dies entspricht einer wichtigen Zielsetzung der Reform, das Wohngeld als vorrangiges Leistungssystem zu stärken. Insgesamt sind etwa 120.000 Haushalte aus der Grundsicherung nach dem SGB II in das Wohngeld gewechselt. Hierbei handelte es sich insbesondere um Haushalte, die zuvor nur wegen ihrer Wohnkosten SGB-II-Leistungen erhielten.

Die Wohngeldausgaben sind reform- und konjunkturbedingt erheblich gestiegen. Während sie sich 2008 noch auf 750 Millionen Euro beliefen, stiegen sie nach der Reform auf 1,6 Millarden (2009) und 1,8 Millarden Euro (2010). Gegenüber 2008 stieg der durchschnittliche Wohngeldanspruch aller Wohngeldempfängerinnen und -empfänger von 88 auf 125 Euro.

Die Bruttokaltmiete, d. h. die Summe aus der Nettokaltmiete und den umlagefähigen kalten Betriebskosten, wie z. B. Wasser, Abwasser, und Müllabfuhr, betrug 2010 im Bundesdurchschnitt 6,59 Euro je m² und Monat. Für eine 70 m² große Mietwohnung musste ein privater Haushalt somit monatlich 461 Euro oder rund ein Fünftel seines Einkommens aufwenden. Darin noch nicht enthalten sind die Kosten für Heizung und Warmwasser. Im Berichtszeitraum haben sich diese deutlich erhöht; 2010 betrugen sie 1,14 Euro je m² und Monat. Damit sind sie von 2007 bis 2010 um 3,3 Prozent pro Jahr gestiegen. Die Maßnahmen der Bundesregierung zur beschleunigten Umsetzung der Vorgaben des Energiekonzepts werden sich auch dämpfend auf die warmen Nebenkosten auswirken.

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