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Bauen und Wohnen

Politik der Bundesregierung für die Wohnungs- und Immobilienmärkte

Sanierter Altbau in Berlin Sanierter Altbau in Berlin (Quelle: BMVBS)

Dem Staat fällt die wichtige Aufgabe zu, die Funktionsfähigkeit der Wohnungsmärkte sicherzustellen. In dem föderalen System der Bundesrepublik Deutschland tragen Bund, Länder und Gemeinden wohnungspolitische Verantwortung. Aufgaben des Bundes sind die Gestaltung der Rahmenbedingungen für Wohnungsmarkt und Fördersystem sowie die Beteiligung an der Finanzierung der Förderinstrumente zusammen mit Ländern und Gemeinden. Bei den Rahmenbedingungen handelt es sich insbesondere um das Mietrecht, das Steuerrecht und die förderrechtlichen Grundlagen der einzelnen Förderinstrumente.
Da Wohnungen langlebige Güter sind, spielt die langfristige Entwicklung der Wohnungsmärkte und der Immobilienwerte für die Wirtschaftlichkeit von Investitionen in Mietwohnungen und selbstgenutztes Wohneigentum eine wichtige Rolle. Aber auch für die Mieter hat die auf Dauer zu erwartende Wohnungsmarktsituation und damit Mietentwicklung eine große Bedeutung. Gute Angebotsbedingungen ermöglichen ausreichende Wohnungsbauinvestitionen, dämpfen so die Mieten und Immobilienpreise und helfen dadurch den Haushalten bei der Finanzierung ihrer Wohnkosten.

Bestandspolitik wird wichtiger

Die insgesamt gute Wohnungsversorgung ist Ergebnis der Investitionstätigkeit von privaten Investoren und Unternehmen sowie der Wohnungspolitik von Bund, Ländern und Gemeinden.
Je nach Lage auf den Wohnungsmärkten liegt der Akzent der Wohnungspolitik stärker auf dem Neubau oder der Bestandspflege. Gegenwärtig bietet sich ein regional differenziertes Bild mit in der Mehrzahl entspannten Märkten und einigen expandierenden Ballungsräumen mit Wohnungsmarktengpässen. Aufgrund des erreichten hohen Niveaus der Wohnungsversorgung in den meisten Regionen gewinnt die Bestandspolitik an Bedeutung. Auch das in einigen Regionen, insbesondere in den neuen Bundesländern, mit dem demografischen und dem wirtschaftlichen Strukturwandel einher gehende Überangebot an Wohnungen stellt die Wohnungspolitik vor wichtige Aufgaben, denn bei den von hohen Leerständen betroffenen Wohnungsanbietern können die leerstandsbedingten Mietausfälle zu wirtschaftlichen Schwierigkeiten bis hin zur Insolvenz führen. Negative Auswirkungen sind auch für Mieter und selbstnutzende Wohnungseigentümer zu vermeiden.

Engagement von Bund und Privatwirtschaft

Die Bundesregierung fördert deshalb im Rahmen des Stadtumbaus Maßnahmen zur Stabilisierung der Stadtentwicklung und der Wohnungsmärkte.

Das große Angebot an Mietwohnungen in Deutschland ist wesentlich auf die Bereitschaft privater Einzeleigentümer und Wohnungs-(bau)gesellschaften und -genossenschaften zurückzuführen, sich im Wohnungsbau zu engagieren und zwar sowohl im öffentlich geförderten wie auch im frei finanzierten Wohnungsbau.

Auch der freie Mietwohnungsmarkt leistet einen beachtlichen Beitrag zur sozialen Wohnungsversorgung. Der größte Teil der Haushalte mit niedrigem Einkommen, darunter zwei Drittel aller Wohngeldempfänger, wohnt in frei finanzierten Mietwohnungen. Um so wichtiger sind die wohnungswirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Investitionen in den Wohnungsbau, die eine mit anderen Geldanlagen vergleichbare Rendite ermöglichen.

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