Ökologisches Bauen – nicht nur in der Fasanenstraße
Immer wieder erleben wir bei unseren Führungen durch das Effizienzhaus Plus großes Staunen angesichts der zum Einsatz gebrachten Technik. Dabei ist vieles davon – zum Glück – nicht ganz neu und hat sich schon anderenorts verdient gemacht. Überall auf der Welt machen sich Architekten, Forscher und Ingenieure darüber Gedanken, wie ökologisches Bauen weiterentwickelt werden kann. Die Ausstellung „Grüne Häuser, tropische Gärten“, noch bis zum 10. März im Institut für Auslandsbeziehungen in der Linienstraße, Berlin, dokumentiert drei wegweisende Positionen nachhaltigen Bauens, Planens, Denkens und Lebens in Südostasien: der malaiiische Architekt Ken Yeang, der malaiische Landschaftsplaner Ng Seksan und die Grüne Schule auf Bali/Indonesien. Alle drei suchen nach Lösungen, die der Ressourcenverknappung, der Erderwärmung sowie dem Bevölkerungswachstum gerecht werden.
Wir freuen uns, im Rahmenprogramm der Ausstellung eine Besuchergruppe im Effizienzhaus Plus zu empfangen und uns mit ihr über effizientes Bauen auszutauschen.

Editt Tower, Singapur, Planungsbeginn 2008, Architektur: T. R. Hamzah & Ken Yeang, © T. R. Hamzah & Ken Yeang
Die nebenstehende Abbildung zeigt den „Editt Tower“ (Economical Design in The Tropics) im Entwurf von Tengku Robert Hamzah und Ken Yeang. Yeang gilt als Pionier des sogenannten bioklimatischen Wolkenkratzers, der auf klimatische Veränderungen reagiert. Seine Hochhäuser werden als Niedrig- oder Null-Energiehäuser konzipiert. In ihnen verbinden sich High-Tech und organische Prinzipien. Dabei achtet er auf deren umweltgerechte Integration in ihren jeweiligen Kontext, um den Einklang der gebauten mit der natürlichen Umwelt in einem ganzheitlichen ökologischen System zu erreichen. Wiederkehrende Gestaltungselemente seiner Projekte sind Rampen, die die Vegetation von der Umgebung und dem Fuß des Hochhauses die Fassaden hinaufführen, begrünte Geschossflächen und vertikale Gärten von einheimischen Pflanzenarten als Sonnenblenden und zur Verbesserung der Luftqualität, natürliche Be- und Entlüftung, Flügelmauern, die Frischluft ins Gebäude lenken, sensorgesteuerte Außenjalousien zur Verschattung der Fassaden, ökologische Materialien, Nutzung von Solar- und Windenergie, Regenwasserauffang- und -aufbereitungssysteme u.a.
In einem Interview gefragt, was ökologisches Bauen ökologisch macht, antwortete Yeang: „Der ganzheitliche Blick. Viele reden von grünem Design, CO2-neutralem Design, Design gegen Klimawandel und so weiter. Aber wir dürfen das Ziel nicht aus den Augen verlieren, und das Ziel ist die Umwelt als Ganzes.“ Und weiter: „Die Natur an sich existiert immer in einem stabilen Zustand. Nur durch uns Menschen werden diese Kreisläufe gestört – ökologisch, klimatisch und energetisch. Wenn wir aber die Arbeitsweise der Natur imitieren – und das nenne ich Eco-Mimicry – kommen wir einer stabilen Umwelt wieder näher. [...] Die Natur nutzt nur solare Energie, keine fossilen Brennstoffe. Also sollten wir das auch nicht tun. [...] Die Natur kennt keinen Abfall – das ist ein rein menschliches Phänomen. Wenn wir die Natur imitieren wollen, müssen wir also alles wiederverwerten, was wir produzieren. Wolkenkratzer müssen nicht biologisch abbaubar sein, aber man kann sie so planen, dass man sie am Ende wieder auseinandernehmen kann – man nennt das design for disassembly.“ Das ist auch ein Prinzip unseres Hauses: Grundlage der Planung war ein ganzheitliches, über die Energieeffizienz hinausgehendes Verständnis von Nachhaltigkeit. So weit wie möglich kommen ökologisch verträgliche Materialien und Produkte zum Einsatz, die möglichst rückstandsfrei rezykliert werden können. Sämtliche Böden- und Wandbeläge wurden ohne Verklebung angebracht, um nach einem Um- oder Rückbau eine einfache und möglichst sortenreine Trennung klar identifizierbarer Materialien zu erlauben. Jetzt nur nicht genügsam werden und die Hände in den Schoß legen, fordert Ken Yeang: „Die Forscher müssen noch mehr forschen, die Ingenieure mehr entwickeln, die Architekten weiter grünes Bauen optimieren.“
Quellen: Katalog zur Ausstellung „Grüne Häuser, tropische Gärten“, 2012 im Ernst Wasmuth Verlag, Tübingen und Berlin, erschienen (hier S. 5, 6, 21, 51f., 59ff.); Maik Novotny, Die Natur imitieren – Interview mit Ken Yeang, erschienen in: Der Standard, 29./30.10.2011, zitiert nach http://maiknovotny.com/text/die-natur-imitieren-ein-interview-mit-ken-yeang.

Ausbildung in Verkehr, Trans- port und Logistik
Schlichtungsstelle für den öffentl. Personenverkehr
Nationaler Radverkehrsplan
Elektronischer Wasserstraßen-Informationsservice
Initiative Luftverkehr für Deutschland
Zukunft Haus. Energie sparen. Wert gewinnen.
Nachhaltiges Bauen
Initiative Architektur und Baukultur
Bundesstiftung Baukultur
Forschungs-initiative Zukunft Bau
Nationale Stadtentwicklung
Städtebaulicher Denkmalschutz
Region schafft Zukunft
Bundestransfer-stelle Soziale Stadt
BIWAQ
Twitter
Facebook
VZ Netzwerke
myspace
Google
Mister Wong
delicious












