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Wissenstransfer und Forschungsprojekte

Logo der Bundestransferstelle Stadtumbau Ost Bild zu Vernetzung und Wissenstransfer

Der Stadtumbau Ost wird durch verschiedene Forschungsprojekte begleitet. Mit Fachveranstaltungen wird die Vernetzung der Programmakteure unterstützt. Damit können alle beteiligten Kommunen von den Erfahrungen anderer  Programmteilnehmer profitieren.

Bundestransferstelle Stadtumbau Ost

Die Bundestransferstelle Stadtumbau Ost ist das Kompetenzzentrum für den ständigen Erfahrungstransfer zwischen den Beteiligten am Stadtumbauprozess. Sie erfasst den Umsetzungsstand des Programms in den Kommunen und ist deshalb wichtig für die Politikberatung zur weiteren Ausgestaltung des Programms. Das Internetportal der Bundestransferstelle bietet aktuelle Informationen zum Programm, wie Praxisbeispiele, Berichte, Expertisen und Dokumentationen von Fachveranstaltungen. Aktuell hat das BMVBS die Publikation "10 Jahre Stadtumbau Ost – Erfahrungen aus der Praxis" (5. Statusbericht der Bundestransferstelle) veröffentlicht.

Die von BMVBS und dem Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) eingerichtete Bundestransferstelle ist seit 2004 beim Institut für Regionalentwicklung und Strukturplanung (IRS) eingerichtet.

Aktuelle Forschungsprojekte:

  • Modellvorhaben "Jugend belebt Leerstand"
  • Kooperation im Quartier (als Weiterentwicklung der Eigentümerstandortgemeinschaften)
  • Eigentümerstandortgemeinschaften (ESG)

Modellvorhaben "Jugend belebt Leerstand"

In den Modellvorhaben "Jugend belbt Leerstand" nutzen Jugendliche in besonders innovativer Art und Weise Räume um und setzen dadurch ihre Belange direkt um. Die Modellvorhaben gehören zum ExWoSt-Forschungsfeld "Jugendliche im Stadtquartier" des Bundes. Die Ergebnisse werden auf der Tagung "Jugend belebt Leerstand" am 27. September in Berlin vorgestellt. Die 16 Modellvorhaben wurden von einer Jury, in der auch Jugendliche aktiv mitgewirkt haben, ausgewählt. Über 215 Projekte hatten sich beworben. Die Projekte sollen einen nachhaltigen Effekt auf die Stadt- und Quartiersentwicklung haben. Für die neuen Modellvorhaben stellt das BMVBS insgesamt 1,5 Mio. € bereit, auch für Investitionen in die leer stehenden Gebäude. Es ist eine Unterstützung je Vorhaben 25.000 € für den Jugend-Check (planerische Konzepte) und bis zu 120.000 € für den Jugend-Bau (konkrete Umnutzungsidee für ein leerstehendes Gebäude) vorgesehen.

Kooperation im Quartier

Das neue ExWoSt-Forschungsfeld baut auf den Ergebnissen des Forschungsfeldes "ESG" (Eigentümerstandortgemeinschaft) auf und ergänzt diese um einen zusätzlichen Ansatz. Grundidee ist, dass die Aktivierung, Koordinierung und Beratung der einzelnen Eigentümer über deren örtliche Verbände erfolgt. Diese begegnen sich mit der Kommune auf Augenhöhe und nehmen gemeinsam Aufgaben der Quartiersentwicklung in Angriff. Die Auswahl der Modellvorhaben ist abgeschlossen.

Eigentümerstandortgemeinschaften (ESG)

Das Gesamtergebnis des Forschungsfeldes wird in der im April 2012 erschienen Publikation "Gemeinsam für das Quartier - Eigentümerstandortgemeinschaften" vorgestellt. Das ExWoSt-Forschungsfeld hat sich seit 2008 mit der Gründung und Entwicklung von Eigentümerstandortgemeinschaften (ESG) beschäftigt. Bei der Umsetzung der Programme Stadtumbau Ost und West hat sich die bessere Einbeziehung der privaten Einzeleigentümer als wichtiges Handlungsfeld herauskristallisiert. Dies gilt vor allem für die Altbaubestände in den Innenstädten. Die ESG löst sich ein Stück weit aus der einzelwirtschaftlichen Betrachtung des Einzeleigentümers (Rentabilität der eigenen Immobilie), um gemeinschaftlich die Quartiersrentabilität in den Blick zu nehmen. Dahinter steckt der Ansatz, dass eine Verbesserung im Quartier auch den Einzeleigentümern nützt.

Im Vordergrund des Interesses steht insbesondere die Unterstützung der ESG bei Vorhaben zur Aufwertung innerstädtischer Wohnquartiere im Kontext des Stadtumbaus. Wenn der Einstieg in die Kooperation mit und zwischen den Eigentümern gelingt, so die Erfahrung aus den ExWoSt-Impulsprojekten, kann der Stadtumbau viel bewegen.

Ein Leitfaden, der Empfehlungen zur Gründung und zur Arbeit von Eigentümerstandortgemeinschaften enthält, kann auf der Homepage des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) heruntergeladen werden.

Weitere Forschungsprojekte zum Stadtumbau

Gutachten Altschuldenhilfe und Stadtumbau (2010 - 2011)

Analyse der bisherigen Wirkungen der Altschuldenhilfe für den Stadtumbau Ost und des zukünftigen Bedarfs an einer weiteren Entlastung.

Mit dem Gutachten wurde geprüft, ob eine mögliche Fortführung der Entlastung von den Altschulden zur Erreichung der künftigen Ziele des Stadtumbaus erforderlich ist. Das Gutachten wurde von einem Beirat mit Vertretern u.a. von Bund, Ländern, Kommunen und Verbänden begleitet.

Der Gutachter hält eine Anschlussregelung nicht für zwingend erforderlich, da sich die wirtschaftliche Situation der Wohnungsunternehmen grundlegend verbessert hat und der Abriss bei Förderung der Abrisskosten rentierlich ist. Er schlägt jedoch zur Unterstützung des Stadtumbaus vor, die Altschuldenhilfe mit der Sanierung von Altbauten in den Innenstädten zu verbinden.

Modellvorhaben zur energetischen Stadterneuerung (2007 - 2010)

Die Verknüpfung von Maßnahmen der energetischen Stadterneuerung mit den Strategien des Stadtumbaus und dem Leitbild der kompakten Stadt soll durch die praktische Erprobung zunächst in 15 Modellvorhaben im Experimentellen Wohnungs- und Städtebau (ExWoSt) in Brandenburg und Sachsen-Anhalt erfolgen, die sich auch am Programm Stadtumbau Ost beteiligen. Das Spektrum reicht von der Energieeinsparung durch die Sanierung über den Einsatz regenerativer Energien, effizienzsteigernde Maßnahmen der zentralen bzw. dezentralen Energieerzeugungs- und Versorgungsanlagen bis hin zur Reduzierung des energieintensiven Verkehrs in städtischen Räumen und der Optimierung regionaler Stoff- und Wirtschaftskreisläufe. Die energetische Stadterneuerung soll dabei einen städtebaulichen Beitrag zur Bewältigung des Klimawandels leisten.

Gutachten "Freiräume für Kinder und Jugendliche" zur Umsetzung des Nationalen Aktionsplanes (NAP) "Für ein kindergerechtes Deutschland 2005 - 2010"

Das Forschungsprojekt nimmt den Auftrag an, der von Kindern und Jugendlichen 2006 im Kinder- und Jugendreport formuliert wurde. Diese haben mehr "Freiräume zum Ausleben" als zentrales Handlungsfeld im Nationalen Aktionsplan (NAP)" für ein kindergerechtes Deutschland 2005-2010" eingeführt und Verbesserungen eingefordert. Das Projekt zielt deshalb zunächst auf einen Überblick über die derzeitige Praxis der Kinderfreundlichkeit in der Entwicklung städtischer Freiräume. Die Städte und Gemeinden sollen in ihren Zielen bestärkt werden, Kinderfreundlichkeit auf allen Ebenen der Stadtentwicklung konsequent umzusetzen.

Zwischennutzungen und Nischen im Stadtumbau (2006 - 2008)

Durch Sammlung und Untersuchung von 41 Fallstudien konnten im ExWoSt-Projekt Anregungen für die Umsetzung von Zwischen- und Nischennutzungen in der städtebaulichen Praxis in ost- und westdeutschen Kommunen gewonnen werden. Die Studie zeigt Handlungsempfehlungen zum praktischen Umgang und Lösungswege für typische Fragestellungen bei Planung, Organisation und Vertragsgestaltung auf. Der Endbericht wurde in der Reihe Werkstatt:Praxis vom Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) veröffentlicht.

Renaturierung als Strategie nachhaltiger Stadtentwicklung (2007 - 2009)

Im ExWoSt-Projekt "Renaturierung als Strategie nachhaltiger Stadtentwicklung" wurde anhand von guten Beispielen untersucht, wie städtische Standorte anlässlich einer nicht-baulichen Nachnutzung im Rahmen von Stadtumbaumaßnahmen durch "mehr Grün" und Naturnähe an Attraktivität gewinnen können.

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