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Verkehr und Mobilität

Pilot- und Innovationsprogramm "Leiser Güterverkehr"

Verbundstoff-Bremssohle - K-Sohle Verbundstoff-Bremssohle (Quelle: BMVBS)

Das Nationale Verkehrslärmschutzpaket II des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung zielt insbesondere auf Vermeidung bzw. Begrenzung von Lärm an der Quelle als die wirksamste Lärmvorsorge. Deshalb hat die Bundesregierung das Pilot- und Innovationsprogramm „Leiser Güterverkehr“ zur Lärm mindernden Umrüstung bestehender Güterwagen gestartet.

Pilotprojekt „Leiser Rhein“

Im Rahmen des Pilotprojektes sollen bis zu 5.000 vorhandene Güterwagen mit K-Sohlen („K“ = „Komposit“) oder LL- Sohlen („LL“ = „Low-Low“) umgerüstet werden. Mit dem Pilotprojekt sollen die Hürden einer erstmaligen Umrüstung gesenkt werden, indem Erkenntnisse zum erforderlichen Engineering und zu erforderlichen Zulassungen praktisch gewonnen und erprobt werden. Zudem sollen mit einem Programmbaustein zur Wagenerfassung Erfahrungen für die Einführung eines lärmabhängigen Trassenpreissystems gesammelt werden.

Insgesamt umfasst die in Deutschland registrierte Flotte rund 180.000 Güterwagen, europaweit sind es ca. 600.000 bis 700.000, von denen für eine Umrüstung ca. 370.000 – davon in Deutschland ca. 150.000 in Frage kommen. Diese Zahlen zeigen zum einen den Pilotcharakter der Umrüstung von bis zu 5.000 Güterwagen im Rahmen des Vorhabens auf, zum anderen machen sie deutlich, wie groß die Anzahl der noch umzurüstenden Wagen ist, um einen in ganz Europa flächendeckenden Effekt der Lärmreduzierung zu erzielen.

Seit November 2009 liegt die beihilferechtliche Genehmigung der EU-Kommission vor, so dass Anträge zur Förderung der  Umrüstung von Güterwagen entsprechend der Förderrichtlinie „Leiser Rhein“ gestellt werden.

Am 29.10.2010 hat Herr Bundesminister Dr. Peter Ramsauer den ersten Förderbescheid für die Umrüstung von 1.150 Güterwagen auf K-Sohlen und für 100 Wagen für die Umrüstung auf LL-Sohlen an die Deutsche Bahn AG übergeben.

Ramsauer beim Ortstermin in Rüdesheim am Rhein

 „Innovationsprogramm Verbundstoff-Bremssohlen“

Zur Umrüstung der Güterwagen von den heute im Einsatz befindlichen und für die lärmverursachenden Rollgeräusche verantwortlichen Graugussbremssohlen auf Verbundstoffsohlen konzentrieren sich die derzeitigen Aktivitäten der Schienenverkehrsindustrie im Wesentlichen auf zwei mögliche Sohlenarten, K-Sohlen und LL-Sohlen. Die technischen Eigenschaften der K-Sohle bedingen bei der Umrüstung einen umfangreichen Umbau der Bremsanlage, der nur während eines längeren Werkstattaufenthalts z. B. im Rahmen einer Revision möglich ist. Die LL-Sohle dagegen kann direkt gegen die GG-Sohle („GG“ = „Grauguss“) ausgetauscht werden.

Derzeit gibt es allerdings noch keine abschließend zugelassenen LL-Sohlen, was auf ein noch sehr ungünstiges Verschleißverhalten der LL-Sohlen auf die Räder zurückzuführen ist. Dadurch fallen beim Einsatz der LL-Sohlen deutlich erhöhte Betriebskosten an. Zielsetzung innerhalb des Pilot- und Innovationsprogramms „Leiser Güterverkehr“ ist es daher, Innovationshemmnisse für die Weiterentwicklung von Verbundstoff-Bremsklotzsohlen (V-BKS) zu identifizieren und möglichst zu minimieren. Die uneingeschränkte Verfügbarkeit der LL-Sohle ist für die Erreichung der langfristigen Projektziele wesentlich, weil so eine flächendeckende Umrüstung kostengünstig und einfach erfolgen kann.

In dem im Dezember 2010 gestarteten Innovationsprojekt LäGiV „Lärmreduzierter Güterverkehr durch innovative Verbundstoff-Bremsklotzsohlen“ unter Leitung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) wird die Neu- und Weiterentwicklung von K- und LL-Sohlen gefördert.

„Lärmabhängiges Trassenpreissystem“

Lärm verursacht Kosten, die gegenwärtig nicht den Verursachern, sondern der Allgemeinheit angelastet werden. Daher werden im Rahmen des Pilot- und Innovationsprogramms „Leiser Güterverkehr“ die Möglichkeiten für eine zeitnahe und praxisgerechte Einführung eines Trassenpreissystems geprüft, dass eine lärmabhängige Komponente beinhaltet.

Der Einführung eines lärmabhängigen Trassenpreissystems liegt die auch in anderen Verkehrsbereichen umgesetzte Idee des Verursacherprinzips zugrunde. Das bedeutet, dass laute Güterwagen einen höheren Trassenpreis erfordern als leise. Damit wird ein Anreiz für alle am Schienengüterverkehr Beteiligten geschaffen, leise Güterwagen einzusetzen und die lauten Güterwagen entsprechend umzurüsten.

Neben den bereits in Deutschland etablierten Prozessen bei der Planung, Beantragung und Abrechnung von Trassen muss die Kompatibilität zu geplanten Systemen der Nachbarländer und die europarechtliche Entwicklung hierzu berücksichtigt werden.

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Das nationale Verkehrslärmschutzpaket zur Vermeidung und zum Schutz von Verkehrslärm


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