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Verkehr und Mobilität

Feste Fehmarnbeltquerung

Tunnelportal der geplanten Fehmarnbeltquerung auf der deutschen Seite Tunnelportal der geplanten Fehmarnbeltquerung auf der deutschen Seite (Quelle: Femern A/S)

Aktuelle Entwicklung

Das Land Schleswig-Holstein hat im Mai 2010 ein Raumordnungsverfahren (ROV) für die Schienenhinterlandanbindung eingeleitet. Das ROV dient unter anderem dazu, die raumordnerische Verträglichkeit des Vorhabens entsprechend der gesetzlichen Regelungen zu klären. Auswirkungen auf touristische Belange werden bereits im ROV geprüft. Dabei findet auch eine von der Regionalkonferenz Ostholstein in Auftrag gegebene Betroffenheitsanalyse mit zahlreichen neuen Trassenvarianten für die Bahnstrecke Berücksichtigung.

Im Oktober 2010 hat die dänische Planungsgesellschaft Femern A/S (s. u.) einen überarbeiteten Zeitplan vorgelegt. Danach werden sich Bau und Fertigstellung verzögern. Die Inbetriebnahme ist nunmehr für Ende 2020, statt 2018 vorgesehen.

Im November 2010 hat Femern A/S die neuesten Untersuchungen und Berechnungen über die Kosten für eine Tunnel- und Brückenlösung vorgestellt. Danach sind die Baukosten für einen Absenktunnel günstiger als für eine Schrägkabelbrücke. Folglich wurde dem dänischen Verkehrsminister ein Absenktunnel als Vorzugslösung vorgeschlagen.

Im November 2010 ist die FBQ im Rahmen der sog. Bedarfsplanüberprüfung noch einmal auf ihre Wirtschaftlichkeit untersucht worden. Im Ergebnis wurde ein Nutzen- Kosten Verhältnis von 6,7 festgestellt. Damit wurde das Projekt als äußerst wirtschaftlich bestätigt. Die Bewertung wurde auf der Basis der Prognose der deutschlandweiten Verkehrsverflechtungen mit dem Prognosejahr 2025 durchgeführt. Die angewandte Nutzen-Kosten-Analyse ist ein gesamtwirtschaftliches Bewertungsverfahren (analog zum Bewertungsverfahren des aktuellen Bundesverkehrswegeplans von 2003). Sie erfolgte für alle überprüften Schienenprojekte auf identische Weise. Die Methodik finden Sie auf unserer homepage unter Verkehrspolitik\Infrastrukturplanung als download.

Im Februar 2011 haben der dänische Verkehrsminister und die dänischen Parteien entschieden, dass der Absenktunnel als bevorzugte Querungsvariante weiter verfolgt wird, die Brückenlösung ist die bevorzugte Alternative.

Aktuelle Entwurfsgrafiken der Fehmarnbeltquerung, Variante Absenktunnels

Historie des Projektes
Staatsvertrag vom 3. September 2008

Am 3. September 2008 haben die damaligen Verkehrsminister den Vertrag über eine Feste Fehmarnbeltquerung zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem Königreich Dänemark unterzeichnet. Zur Umsetzung des Vertrags bedurfte es innerstaatlicher Zustimmungsverfahren in Deutschland und Dänemark.

Der Vertrag ist in Deutschland durch das Gesetz vom 17. Juli 2009 zu dem Vertrag vom 3. September 2008 zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem Königreich Dänemark über eine Feste Fehmarnbeltquerung (BGBl. II S. 799) in innerstaatliches Recht umgesetzt worden. Durch Austausch der Ratifikationsurkunden der Vertragsstaaten am 15. Dezember 2009 ist der Vertrag am 14. Januar 2010 in Kraft getreten. In Dänemark hat das dänische Parlament - das Folketing - dem dänischen Entwurf zum "Gesetz über die Projektierung einer Festen Fehmarnbeltquerung mit den Hinterlandanbindungen in Dänemark" am 26. März 2009 zugestimmt. Am 15. April 2009 erfolgte die Ausfertigung des Planungsgesetzes für die Fehmarnbeltquerung durch die dänische Königin. In rund 3 Jahren wird das dänische Parlament über ein weiteres Gesetz, welches den Bau der Festen Fehmarnbeltquerung regelt und genehmigt, entscheiden.

Das Projekt

Die Feste Fehmarnbeltquerung (Abschnitt von Küste zu Küste über die rund 20 km lange Meerenge Fehmarnbelt) soll aus einer zweigleisigen elektrifizierten Eisenbahnstrecke und einer vierstreifigen Straßenverbindung bestehen und Puttgarden auf der Insel Fehmarn in Deutschland mit Rødby auf der Insel Lolland in Dänemark verbinden. Hinzu kommen die erforderlichen Hinterlandanbindungen für Straße und Schiene in Deutschland und Dänemark. Die Inbetriebnahme soll Ende 2020 erfolgen.

Das Königreich Dänemark ist zuständig für Errichtung, Betrieb und Finanzierung des Bauwerkes. Die Feste Querung soll über Nutzergebühren finanziert werden. Dazu kann das Königreich Dänemark Mautgebühren für die Straßennutzung und Entgelte für die Nutzung der Schienenwege erheben.

Organisation

Im April 2009 wurde die Gesellschaft Femern A/S vom dänischen Verkehrsminister entsprechend dem Planungsgesetz mit der Verantwortung für unter anderem die Vorbereitungsarbeiten, die Untersuchungen und die Planung einer Festen Fehmarnbeltquerung beauftragt. Die Femern A/S ist Teil der Sund & Bælt Holding A/S, eines 100-prozentigen Staatsunternehmens des dänischen Verkehrsministeriums. Die Sund & Bælt Holding A/S ist auch für die Brücke über den Großen Belt verantwortlich.

Hinterlandanbindungen

Das Königreich Dänemark soll laut Staatsvertrag für den Ausbau und die Finanzierung der Hinterlandanbindungen der Festen Fehmarnbeltquerung im Königreich Dänemark alleinverantwortlich sein. Der Ausbau der dänischen Hinterlandanbindungen soll spätestens zur Eröffnung der Festen Fehmarnbeltquerung abgeschlossen sein.

Deutschland wird gemäß dem Staatsvertrag bis zur Eröffnung der Fehmarnbeltquerung folgende Maßnahmen zur Hinterlandanbindung realisieren:

  • Vierstreifiger Ausbau der Bundesstraße B 207 zwischen Heiligenhafen und Puttgarden. Die Fehmarnsundbrücke bleibt zweistreifig.
  • Ausbau der A 1: Von Oldenburg bis Heiligenhafen Mitte bereits erfolgt, der Abschnitt Heiligenhafen Mitte bis Heiligenhafen Ost ist in Bau; Fertigstellung ist noch für 2011 vorgesehen.
  • Die eingleisige Schienenstrecke wird bis zur Eröffnung der Querung zwischen Lübeck und Puttgarden elektrifiziert und für Geschwindigkeiten bis zu 160 km/h ausgebaut.
  • Spätestens sieben Jahre nach Eröffnung der Fehmarnbeltquerung soll der Ausbau zwischen Lübeck und Puttgarden zu einer zweigleisigen Strecke abgeschlossen sein. Die Fehmarnsundbrücke bleibt eingleisig.

Für die Schienenhinterlandanbindung führt die Deutsche Bahn AG im Auftrag des Bundes die Vorentwurfsplanung durch. Im Rahmen der Vorentwurfsplanung werden für den Bereich der Ostseebäder Trassenalternativen untersucht. Wegen des erwarteten Güterverkehrs und der wesentlichen Änderungen an der Strecke werden Maßnahmen zur Lärmvorsorge (im Gegensatz zur weniger aufwändigen Lärmsanierung) notwendig. Informationen zu den Planungen finden Sie auf der Homepage der DB AG.

Umwelt

Bei einem Verkehrsinfrastrukturprojekt dieser Größenordnung sind Auswirkungen auf die Umwelt unvermeidlich. Besondere Bedeutung kommt daher der Bewältigung möglicher Umweltauswirkungen des Vorhabens im ökologisch sensiblen Bereich des Fehmarnbelts zu. Eine Reihe von Vorgaben und Auflagen für Planung und Bau der Anlage soll sicherstellen, dass negative Auswirkungen soweit wie möglich vermieden bzw. minimiert werden.

Im Jahr 2006 ist in Deutschland und Dänemark ein innovatives Umweltkonsultationsverfahren durchgeführt worden. Der Öffentlichkeit, den Verbänden und Behörden wurde während eines 6-wöchigen Zeitraums die Möglichkeit gegeben, bereits in einem frühen Planungsstadium im Entscheidungsprozess ihre Ansichten zu den mit diesem Großprojekt verbundenen Umweltbelangen vorzubringen. Die von den Teilnehmern eingebrachten Meinungen, Vor-schläge und Bedenken wurden ausgewertet und fließen in die Weiterentwicklung des Vorhabens ein. Eine Zusammenfassung der Antworten sowie Darstellung der Kernaussagen und des Konsultationsprozesses kann dem Ergebnisbericht über die Umweltkonsultation entnommen werden (www.femern.de). Zu einzelnen Sachverhalten sind weitere vertiefte Untersuchungen notwendig. Sie werden im Rahmen der Plan- und Genehmigungsverfahren durchgeführt.

Entsprechend den in der EU geltenden Vorschriften ist für die Feste Fehmarnbeltquerung eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) nach den entsprechenden deutschen bzw. dänischen Vorschriften durchzuführen. Im Juni 2010 hat Femern A/S als Vorschlag für ein Untersuchungsprogramm zur Abstimmung mit den verantwortlichen Behörden in Dänemark und Deutschland einen Scoping-Bericht vorgelegt (http://www.femern.de/Startseite/Dokumente), im September folgte eine Raumwiderstandsanalyse zur Ermittlung eines möglichen Vorzugskorridors.

Transeuropäisches Verkehrsnetz

In den Leitlinien für den Aufbau eines transeuropäischen Verkehrsnetzes (TEN-V) sind die feste Verbindung über den Fehmarnbelt sowie die Eisenbahnstrecken für die landseitige Anbindung in Deutschland und Dänemark in der Liste der vorrangigen Projekte (Anhang III) enthalten. Das Projekt ist ein wesentliches Element zur Vollendung der zentralen Nord-Süd-Achse zwischen Skandinavien und Mitteleuropa auf der kürzesten Verbindung über die Vogelfluglinie. Alle bisherigen Studien wurden von der EU im Rahmen der TEN-V-Förderung bezuschusst.

Bisherige Studien und laufende Untersuchungen

Die Verkehrsminister Deutschlands und Dänemarks vereinbarten 1992 Untersuchungen mit dem Ziel, eine gemeinsame Grundlage für den Entscheidungsprozess zu einer Festen Fehmarnbeltquerung zu schaffen.

Seitdem sind umfangreiche Machbarkeitsstudien (Bautechnik, Geologie, Umwelt, Verkehrsprognose, gesamt- und finanzwirtschaftliche Bewertung, sozioökonomische Regionalstudie) zum Projekt einer Festen Fehmarnbeltquerung durchgeführt worden.

Im Frühjahr 2000 wurden in einem Markterkundungsverfahren die Möglichkeiten der privatwirtschaftlichen Realisierung der Festen Fehmarnbeltquerung untersucht. Um die im Markterkundungsverfahren genannten Risikofaktoren einzugrenzen, wurde die Verkehrsprognose fortgeschrieben und die Einnahmen aus dem Schienenverkehr neu bewertet. Mit den aktualisierten Annahmen wurden anschließend zwei der im Markterkundungsverfahren dargelegten Modelle neu berechnet. Detaillierte Ergebnisse können den Berichten entnommen werden.

Im Anschluss an das Markterkundungsverfahren wurden im Zeitraum 2002 - 2005 gesamtwirtschaftliche Vorteile, regionale Effekte, Verkehrsentwicklung und Finanzierungsmodelle in weiteren Untersuchungen betrachtet und aktualisiert.

Aktuell finden im Auftrag von Femern A/S geotechnische, technische, sicherheits- und schifffahrtsbezogene sowie Umweltuntersuchungen statt. Für detaillierte Informationen zu den laufenden Aktivitäten besuchen Sie bitte die Homepage der Projektgesellschaft. 

Externe Links

Anlagen

Zusatzinformationen

Punktesystem

Grafik: Punkte-Tacho - Darstellung der Ziffern 1 bis 9. 1 bis 3 Punkte im grünen Bereich, 4 bis 5 Punkte im gelben, 6 bis 7 Punkte im roten Bereich und 8 Punkte im schwarzen.

Geplantes Fahreignungsregister

Eckpunkte der vorgeschlagenen Neuerungen

Schiene

Europäische Eisenbahnpolitik

Zukunftschancen für die Bahn

Flugzeug

Internationale Zusammenarbeit

Zur Rolle des BMVBS in der internationalen Luftfahrt

Integrierte Meerespolitik

Integrierte Meerespolitik

Zum Entwicklungsplan Deutschlands in der internationalen Meerespolitik

Fußgänger auf einem Zebrastreifen

Verkehrssicherheit in Europa

Deutschlands Engagement für mehr Sicherheit auf Europas Straßen


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