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Verkehr und Mobilität

Logistikstandort Deutschland

Foto: LKW parken auf einem Rastplatz LKW parken auf einem Rastplatz (Quelle: Val Thoermer / Fotolia.com)

Definition und Stellenwert

Unter dem Begriff "Güterverkehr und Logistik" oder "Güterverkehrslogistik" werden alle Maßnahmen verstanden, die notwendig sind, um Güter in der richtigen Menge, im richtigen Zustand, zum richtigen Zeitpunkt, mit den richtigen Informationen und zu minimalen Kosten am richtigen Ort bedarfsgerecht zur Verfügung zu stellen. Es handelt sich insoweit um branchenübergreifende Querschnittsaktivitäten, welche nicht die Produktionsprozesse umfassen.

Güterverkehr und Logistik sind Voraussetzung und zugleich "Folge" des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Handelns. Sie bilden das Rückgrat der produzierenden arbeitsteiligen Wirtschaft. Leistungsfähige Logistiksysteme und -netze stellen daher einen entscheidenden Erfolgsfaktor für Unternehmen und Standorte im internationalen Wettbewerb dar.

Als bedeutendste Wirtschaftsnation aber auch als Transitland in der Mitte des erweiterten Europas ist Deutschland hier im besonderen Maße gefordert: Es muss die Effizienz seines Verkehrssystems zur Stärkung der Wirtschaft, zur Begleitung des Strukturwandels sowie zur nachhaltigen Entwicklung ständig erhöhen. Hierfür sind bedarfs- und leistungsgerechte Verkehrswege, -netze und -knoten erforderlich. Diese müssen sowohl verkehrsträgerspezifische als auch -übergreifende Bedürfnisse erfüllen.

Logistikstandort Deutschland

Die deutsche Güterverkehrslogistik ist heute in Europa führend. Für das Jahr 2011 betrug ihr Umsatz 222 Milliarden Euro. Die Güterverkehrslogistik hat nach Handel und Automobilindustrie den drittgrößten Umsatz in Deutschland mit geschätzten 2,8 Millionen Beschäftigten. Der Logistikmarkt ist ein sehr dynamischer und überproportional wachsender Zukunftsmarkt.

Die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Deutschland wird entscheidend mitbestimmt durch die Kompetenz der hier ansässigen Logistikwirtschaft sowie die Leistungsfähigkeit der Verkehrsträger und ihrer Vernetzung: Straße, Schiene, Wasser, Luft, sowie deren sinnvolle Verknüpfung in logistischen Knoten wie Güterverkehrszentren, Flughäfen, See- und Binnenhäfen. Über solche Knoten können leistungsfähige intermodale Transportketten und -netze aufgebaut werden.

Herausforderungen eines wachsenden Logistiksektors

Bereits heute kann die Infrastrukturentwicklung nur bedingt mit dem Mobilitätsbedarf Schritt halten. Ein wichtiges Ziel der integrierten Verkehrspolitik ist es daher, die Infrastruktur intelligenter, effizienter und sicherer zu gestalten und zu nutzen. Die infrastrukturelle, organisatorische und informatorische Vernetzung ist eine Voraussetzung, um einerseits die Herausforderungen der Globalisierung zu bewältigen und anderseits die Chancen zu nutzen, die sich aus dem stark wachsenden Güterverkehrs- und Logistikmarkt für Deutschland ergeben. Gleichzeitig gilt es auch, sich den Herausforderungen im Hinblick auf die umwelt-, klima- und ressourcenschonende Gestaltung des Güterverkehrs zu stellen.

Des Weiteren sind auch innovative Konzepte gefordert, die die Gestaltung durchgängiger Logistik- und Informationsketten ermöglichen. Ein nahtloses Zusammenspiel aller Beteiligten erlaubt es, den Kunden Leistungen aus einer Hand zu bieten und schafft so substantielle Wettbewerbsvorteile. Insbesondere aus der Kopplung bestehender Technologien und innovativer Prozesse lassen sich neue Dienstleistungsangebote entwickeln, die auch international vermarktet werden können.

Deutschland ist ein wichtiger, führender internationaler Wirtschaftsstandort, der seine zukünftige Wettbewerbsposition über die Optimierung von arbeitsteiligen Logistik- und Wertschöpfungsketten wesentlich sichern und ausbauen kann. Die Stärkung Deutschlands als europäische und internationale Logistikdrehscheibe ist nur im Verbund aller Beteiligten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik, Verbänden und Öffentlicher Hand zu erzielen.

Der Aktionsplan "Güterverkehr und Logistik" soll dazu einen Beitrag leisten.

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