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Mobilitäts- und Kraftstoffstrategie: Bürgerdialog in Frankfurt liefert wichtige Anregungen

Frankfurter fordern neue Konzepte für Pendlerverkehr

Logo: Bürgerdialoge; Schriftzug "Energie auf neuen Wegen - Die Mobilitäts- und Kraftstoffstrategie" auf einem Hinweisschild, im Hintergrund ein Güterzug neben einer Straße und einem Fluss Logo: Bürgerdialoge (Quelle: Deutsche Bahn AG / Jochen Schmidt)

Erscheinungsdatum
26.08.2012
Laufende Nr.
175/2012

Interessierte Bürgerinnen und Bürger aus Frankfurt/Main und Umgebung entwickelten gestern im Rahmen eines Bürgerdialogs Ideen für den Verkehr der Zukunft. Die Anregungen fließen in die Mobilitäts- und Kraftstoffstrategie ein, die das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) derzeit für die Bundesregierung erarbeitet.

Rainer Bomba, Staatssekretär im BMVBS:

"Die Vorschläge und Alltagserfahrungen der Bürgerinnen und Bürger liefern wichtige Impulse für die Entwicklung der Strategie. Mit diesem Dialog loten wir aus, wie sich die Menschen den umweltverträglichen Verkehr von morgen vorstellen und welche regionalen Bedürfnisse es dabei zu berücksichtigen gilt. Eine große Herausforderung ist in vielen Städten der Individual- und Pendlerverkehr. Wir brauchen auch in Frankfurt neue Modelle, die Auto, Fahrrad, Bus und Bahn unkompliziert miteinander vernetzen und schnelle und intelligente Verkehrslösungen ermöglichen."

Im Fokus der Veranstaltung standen Fragen wie: Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit die Menschen auf umweltfreundliche Alternativen wie zum Beispiel Bus und Bahn oder Elektro- und Hybridautos umsteigen? Wie lassen sich Kraftstoffe im Verkehr einsparen? Wie wird der Verkehr in Zukunft aussehen?

"Ich bin hier, weil ich zwei Kinder habe: Mich interessiert, wie die in 20 Jahren mobil sein werden – ob sie noch genauso unbeschwert mit dem Camper durch Europa touren können wie wir",

fragt sich Christian Jagla, Familienvater aus Frankfurt.

In vier Arbeitsgruppen "Elektromobilität", "Güterverkehr", "Biokraftstoffe" und "Mobilität im Alltag" diskutierten die Bürgerinnen und Bürger über das Thema Verkehr und Energie. Wichtig war für die Frankfurter Teilnehmerinnen und Teilnehmer vor allem, dass Konzepte zur Verkehrsvermeidung und -verlagerung geschaffen beziehungsweise umgesetzt werden, unter anderem durch eine Raumplanung, die kurze Wege ermöglicht. Ein Beispiel: Wohnung und Arbeitsplatz liegen so nahe beieinander, dass die Strecke leicht zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu bewältigen ist.

Außerdem solle der öffentliche Personennahverkehr und die Bahn finanziell gestärkt werden. Auch das Thema Biokraftstoffe wurde angeregt diskutiert: Diese sind aus Sicht der Frankfurterinnen und Frankfurter lediglich eine Zwischenlösung, jedoch kein Instrument, um langfristig nachhaltige Mobilität zu schaffen.

"Ich bin begeistert! Ich war überrascht, eingeladen zu werden und finde es toll, solche Zukunftsfragen aktiv mitgestalten zu können",

so Regina Bittner, die mit dem Fahrrad zum Bürgerdialog kam.

Die Bürgerdialoge sind Teil eines umfangreichen Dialogprozesses zur Entwicklung der Mobilitäts- und Kraftstoffstrategie, die das BMVBS federführend erarbeitet. Sie soll dazu beitragen, Energie im Verkehr effizient und nachhaltig zu nutzen und klimaschädliche Emissionen zu reduzieren. Langfristiges Ziel ist es, 40 Prozent des Endenergieverbrauchs im Verkehrsbereich einzusparen. Die Wünsche und Anregungen der Bürgerinnen und Bürger werden in einem Gutachten gebündelt und Mitte Oktober dem BMVBS übergeben. Sie ergänzen die Facharbeit von Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik.

Bundesweit gibt es 2012 vier Bürgerdialoge: in Passau (11. August), Frankfurt am Main (25. August), Stade (8. September) und Dresden (22. September).

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