Übergabe des Ölaufklärungsflugzeugs Do 228 NG
Ferlemann: Kampf gegen Meeresverschmutzung wichtige Aufgabe
PSts Ferlemann übergibt Ölaufklärungsflugzeug
(Quelle: Yvonne Knoll / BMVg)
- Erscheinungsdatum
- 31.08.2012
- Laufende Nr.
- 181/2012
Heute erhielt das Marinefliegergeschwader 3 "Graf Zeppelin" in Nordholz eine neue Dornier 228 NG ("New Generation") zur Durchführung von Ölaufklärungsflügen übergeben. Damit endete die erfolgreiche Ära der alten Do 228, die seit ihrer Indienststellung im Jahr 1991 knapp 19.500 unfallfreie Flugstunden absolvierte. An dem Festakt nahm der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, Enak Ferlemann, teil.
Ferlemann:
"Mit Hilfe des Konjunkturpaketes II war die Beschaffung des neuen Ölüberwachungsflugzeuges möglich. Beide Ministerien sind sich einig, dass Deutschland mit diesem neuen Flugzeug für die bedeutsamen Aufgaben sowohl bei der Überwachung von Meeresverschmutzungen als auch in der Maritimen Notfallvorsorge gut gewappnet ist. Gerade beim aktuellen Schadensfall MSC ‚Flaminia‘ sehen wir, dass eine rasche Aufklärung von großer Wichtigkeit ist."
Seit mehr als 25 Jahren werden die Hauptschifffahrtsrouten in Nord- und Ostsee mehrmals täglich im Rahmen der Luftüberwachung vom Marinekommando im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums überflogen. Die beiden Ölaufklärungsflugzeuge vom Typ Do 228 sind das zentrale Einsatzmittel des Havariekommandos in Cuxhaven – einer Gemeinschaftseinrichtung des Bundes und der Küstenländer – sowohl im präventiven Bereich der Kontrolle und Aufklärung von Meeres- und anderen Umweltverschmutzungen als auch in der Bewältigung von komplexen Schadenslagen wie z. B. große Schiffshavarien. In allen Fällen kann zügig ein Überblick über die Lage erstellt werden, um den Einsatz der Gewässerschutzschiffe des Bundes in Nord- und Ostsee zu steuern und Hinweise auf Verursacher von Verschmutzungen zu erhalten.
Die neue Maschine ist eine Weiterentwicklung der bestehenden Do 228-Serie und wurde von der Firma RUAG in Oberpfaffenhofen hergestellt. Sie unterscheidet sich von ihrem Vorgängermodell durch ein modernisiertes Cockpit sowie eine verbesserte Elektronik und Antriebstechnik. Auch die Sensorausrüstung, die für das Aufspüren von Ölverschmutzungen eingesetzt wird, ist nun deutlich verbessert. Mit Hilfe des Konjunkturprogrammes der Bundesregierung hat das BMVBS insgesamt 16 Millionen Euro dafür bereitgestellt.
Ferlemann:
"Die Luftüberwachung von Meeresverschmutzungen in Deutschland ist eine Erfolgsgeschichte. Die Anzahl der entdeckten Verschmutzungen geht kontinuierlich zurück, obwohl die Anzahl der vom Marinefliegergeschwader 3 geleisteten Flugstunden stetig gestiegen ist. Die sinkenden Verschmutzungszahlen sind ein Beleg für den hohen Wirkungsgrad der Überwachungsflüge: Niemand will auf frischer Tat ertappt werden."
Im Verlauf der Zeremonie wurde dabei das Bordbuch der Do 228 NG mit dem taktischen Kennzeichen 98+35 an den Kommodore übergeben. Direkt im Anschluss startet die Besatzung mit dem neuen Luftfahrzeug zu einem erneuten Einsatzflug zur Überprüfung der Passage der MSC "Flaminia" in Richtung Deutsche Bucht/Ärmelkanal.
Auch vor knapp 3 Wochen, als das Tankschiff "Katja" mit rund 87.000 t Rohöl an Bord bei ablaufendem Wasser in der Nähe der Vogelschutzinsel "Minsener Oog" festgekommen war, hat sich die Maritime Notfallvorsorge in Deutschland, d. h. das Zusammenspiel von Luftüberwachung und den Notschleppern und Gewässerschutzschiffen unter der Gesamteinsatzleitung des Havariekommandos, wieder bewährt: Die Lage konnte rasch unter Kontrolle gebracht und das Schiff wieder flott gemacht werden.

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