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eCall für mehr Sicherheit im Straßenverkehr

Der automatische Notruf für schnellere Rettungsmaßnahmen

Foto: Rettungshubschrauber im Einsatz - Link zu einer vergrößerten Bildansicht in einem neuen Browserfenster
Rettungshubschrauber (Quelle: BMVBS / deckbar.de)

Bei der Verbesserung der Sicherheit im Straßenverkehr wurden in den letzten Jahrzehnten deutliche Erfolge erzielt: Immer weniger Menschen werden bei Verkehrsunfällen getötet. Seit 1970 sank die Zahl der tödlich Verunglückten in Deutschland um rund 80 Prozent von 21.332 auf 4.152 im Jahr 2009 und dies, obwohl sich im selben Zeitraum auf unseren Straßen sowohl der Fahrzeugbestand als auch die Fahrleistungen mehr als verdreifacht haben.

Diese erfreuliche Entwicklung lässt sich unter anderem auf die Einführung von Vorschriften wie der Gurtpflicht oder die Pflicht zum Kindersitz zurückführen, aber auch auf neue technische Entwicklungen wie Airbag oder Fahrerassistenzsysteme (FAS).

Die Bundesregierung setzt auch weiterhin alles daran, die Zahl der Verkehrstoten und Verletzten zu senken und unterstützt darum auch die europaweite Einführung des elektronischen Notrufs, den so genannten eCall, der Rettungseinsätze in Zukunft beschleunigen soll.

Was ist eCall?

eCall (emergency call oder automatischer Notruf) ist ein System, mit dem im Falle eines Autounfalls automatisch über den auslösenden Airbagsensor über das Mobilfunknetz die örtlich zuständige Notrufabfragestelle informiert wird. Die Positionsdaten des Unfallautos werden übertragen und eine Sprachverbindung in das Unfallauto aufgebaut. Notwendige Rettungsmaßnahmen können so sehr schnell eingeleitet werden. Aber auch wenn keine Sprachverbindung zustande kommt, kann zukünftig die Notrufabfragestelle eine Hilfeleistung veranlassen.

Wie werden die Unfalldaten übertragen?

Datenübertragung bei eCall (Quelle: ERTICO). Link zu einer vergrößerten Bildansicht in einem neuen Browserfenster
Datenübertragung bei eCall (Quelle: ERTICO)
Für den eCall wird die Notrufnummer 112 genutzt. Die Geodaten werden mit Hilfe des Satellitennavigationssystems GNSS (Global Navigation Satellite System) übertragen. So ist die schnelle Feststellung des Unfallortes gewährleistet. Zusätzlich kann mit einem Mitarbeiter der Notrufabfragestelle telefoniert werden.
Ein länderübergreifender Praxistest hat ergeben, dass in 90 Prozent aller Fälle eine Verbindung zur Notrufzentrale innerhalb von 25 Sekunden hergestellt wurde, in 97 Prozent innerhalb von 45 Sekunden.

Voraussetzungen für einen automatischen Notruf

Bisher wurde ein automatischer "Hilferuf" gegen entsprechende "Gebühr" in den Premiumklassen bei Pkw als Sonderausstattung angeboten, jedoch nur in geringem Umfang geordert. Die Europäische Kommission strebt die Einführung des automatischen Notrufs in allen neu zugelassenen Fahrzeugen an. Politik und Industrie arbeiten daran, dafür die Voraussetzungen zu schaffen. Damit soll ein kostengünstiges und einheitliches Notrufsystem möglich werden.

Bis dahin gilt es allerdings noch einige Hürden zu nehmen:

Voraussetzung für die Einführung ist zum Beispiel, dass die Notrufabfragestellen mit den entsprechenden Geräten zum Empfangen und Decodieren der automatisch übermittelten Informationen, etwa den Standortdaten, ausgestattet werden. Verfügen sie über diese Geräte nicht, müssten sie - wie bisher - ausschließlich mit den Verunglückten telefonieren.

Eine wesentliche Anforderung der Notrufabfragestellen an den eCall ist die Vermeidung von Fehlanrufen, die unnötige Rettungseinsätze veranlassen. Der automatische Notruf darf grundsätzlich nur dann auslösen, wenn bei einem Unfall Personen verletzt sein könnten, und der Einsatz eines Rettungswagens wirklich erforderlich wird. Darum soll der Notruf über den Airbag-Sensor ausgelöst werden.

Und was ist mit dem Datenschutz?

Selbstverständlich muss ausgeschlossen werden, dass Dritte auf die mit eCall übertragenen Daten zugreifen können. Technisch muss daher sichergestellt werden, dass vom eCall System eine Verbindung zum Mobilfunknetz erst in dem Moment hergestellt wird, in dem der Notruf ausgelöst wird. Es darf also keine permanente "offene" Verbindung bestehen, um der Möglichkeit der missbräuchlichen Ortung oder Verfolgung von Fahrzeugen vorzubeugen.

Auf europäischer Ebene hat sich die sogenannte Artikel 29 - Datenschutzgruppe mit dem Thema beschäftigt. Sie plädiert unter anderem dafür, eCall als freiwilligen Dienst einzuführen.

Kann ich meinen Pkw mit eCall nachrüsten?

Nach derzeitiger Konzeption der Automobilindustrie ist das eCall-System nicht geeignet, um nachträglich in gebrauchte Pkw eingebaut zu werden, da die automatische Auslösung des eCall über den Airbag-Sensor erfolgen soll.

Wer beteiligt sich am eCall Notrufsystem?

Die Absichtserklärung zur Einführung des interoperablen In-vehicle eCall ("Memorandum of Understanding"), die bereits im Mai 2004 im Rahmen der eSafety Initiative der Europäischen Kommission vorgelegt wurde, richtet sich unter anderem an die Automobilindustrie, Mobilfunkunternehmen, Automobilclubs, Versicherungen und die Mitgliedstaaten. Sie ist inzwischen von Deutschland, Österreich, Finnland, Schweden, Slowenien, Litauen, Italien, Griechenland, Zypern, Tschechische Republik, Estland, Spanien, Niederlande, Portugal, Slowakische Republik, der Schweiz, Norwegen, Island und den europäischen Automobilunternehmen unterzeichnet worden.
Eine einheitliche europäische Lösung wäre auch für Deutschland als wichtigstem Transitland von Interesse, da schneller als bisher Hilfe geleistet werden kann.

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