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Leitbild Bau

Foto: Kaispeicher B in Hamburg - Link zu einer vergrößerten Bildansicht in einem neuen Browserfenster
Kaispeicher B in Hamburg (Quelle: pixelio.de / Sterzl)

Mit dem "Leitbild Bau" ist erstmals in Deutschland ein Leitbild für eine gesamte Branche entwickelt worden, das von den beteiligten Verbänden, Kammern und der Baugewerkschaft am 24. März 2009 im Rahmen eines Runden Tisches Bau Herrn Bundesminister Tiefensee offiziell übergeben wurde.

Im Dialog mit der Bauwirtschaft hatte sich die Sinnhaftigkeit der Entwicklung eines Branchenleitbildes herausgebildet. Die Koalitionsvereinbarung der Bundesregierung für die 16. Legislatur sah deshalb vor, dass die Politik die Bauwirtschaft bei der Entwicklung dieses "Leitbild Bau" begleitet:

"Wir werden die Bauwirtschaft dabei begleiten, ein Leitbild Bauwirtschaft als Gesamtrahmen für die eine moderne Baupolitik zu entwickeln, die mit Innovation und Qualität Investitionen und Arbeitsplätze sichert".

Diese Formulierung im Koalitionsvertrag verdeutlicht den hohen Stellenwert, den die Politik der Bauwirtschaft unter konjunktur-, wachstums-, energie- und nicht zuletzt unter arbeitsmarktpolitischen Gesichtspunkten beimisst. Deshalb sollte die Branche gestärkt werden.

Die Bundesregierung hat ihren Beitrag beim Leitbild Bau durch Moderation, aber auch durch die Bereitstellung von Fördermitteln geleistet.

Es sollte ein Leitbild erarbeitet werden, welches alle Partner der Wertschöpfungskette Bau mit einbezieht und in ihrem Zusammenwirken stärkt. Dazu gehören die planenden Berufe, die bauausführende Wirtschaft, die Baustoffindustrie und Bauprodukthersteller sowie die Arbeitnehmer und ihre Vertreter.

Ziel war ein Leitbild für die Bauwirtschaft, das von Planern, Bauausführenden, Zulieferern und Arbeitnehmervertretern gleichermaßen akzeptiert und mit Leben erfüllt wird, das Image der Branche positiv verstärkt, den erforderlichen Strukturwandel vorantreibt, Orientierung vermittelt und eine identitätsstiftende Wirkung entfaltet. Es soll darüber hinaus Impulse für eine Produktivitäts- und Qualitätssteigerung der gesamten Wertschöpfungskette geben.

Leitbildprozess

Die Entwicklung und Umsetzung des Branchenleitbildes wird von einem Lenkungsausschuss "Leitbild Bau" gesteuert, der sich im Juni 2006 konstituiert hat und dem Verbände, Wissenschaftler, Unternehmensberater, Gutachter sowie die Bundesregierung angehören.

In diese Aufgabe bringen sich 11 Verbände, die das gesamte Spektrum der Wertschöpfungskette Bau abdecken, aktiv ein:

  • Bundesarchitektenkammer (BAK)
  • Bundesingenieurkammer (BIngK)
  • Bundesverband Baustoffe, Steine, Erden (BBS)
  • Bundesvereinigung Mittelständischer Bauunternehmen (BVMB)
  • Gesellschaft für Facility Management (GEFMA)
  • Hauptverband Deutsche Bauindustrie (HDB)
  • Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU)
  • Verband Beratender Ingenieure (VBI)
  • Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA)
  • Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB)
  • Zweckverband Ostdeutscher Bauunternehmen (ZVOB)

Die Bundesregierung wird in diesem Prozess neben dem Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) auch durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) sowie dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) vertreten.

Leitbild Themenfelder

Zur Identifizierung geeigneter Leitbildthemen und zur Strukturierung des Leitbildprozesses haben die an der Entwicklung eines gemeinsamen Leitbildes beteiligten Verbände eine Konzeptstudie bei Prof. Bosch (Institut Arbeit und Qualifikation IAQ, Universität Duisburg-Essen) im Rahmen der Initiierungsphase  in Auftrag gegeben.

Auf Basis dieser Studie haben die Verbände der Wertschöpfungskette Bau sieben zentrale Themenfelder für den Leitbildprozess identifiziert:

  • Bedeutung der Bauwirtschaft in Wirtschaft und Gesellschaft
  • Märkte der Zukunft
  • Qualifikation der Beschäftigten
  • Innovationen
  • Qualität und Lebenszyklus von Bauten
  • Zusammenarbeit in der Branche
  • Legalität und Wertemanagement

Aus den Ergebnissen der Workshops, der begleitenden Forschung und der Besprechungen im Lenkungsausschuss  ist das Leitbild Bau entwickelt und von Vertretern der beteiligten Institutionen am 24. März 2009 im Rahmen eines "Runden Tisches Bau" an Herrn Bundesbauminister Tiefensee übergeben worden.

UMSETZUNG DES LEITBILDES BAU IN DIE PRAXIS

Die Umsetzung des Leitbildes Bau in die Praxis wird in einer ersten Phase von drei Arbeitskreisen vorbereitet:

  • Lebenszyklusorientierung und Kooperation (Federführung: VBI)
  • Kommunikation (Federführung: HDB)
  • Qualifikation/Bildung (Federführung: BIngK und HDB)

Als Baustein einer umfassenden Kommunikationsstrategie ist ein Plakat mit Kernbotschaften zum Leitbildgedanken entwickelt worden, das mit einer Auflage von 217.500 Exemplaren von den Verbänden an Ihre Mitglieder verteilt wird.